Bei Fernunterricht auf kurzen Draht zum Anbieter achten

Bei Fernunterricht sollten Interessenten auf einen möglichst kurzen Draht zum Anbieter achten. Das rät Mirco Fretter, Präsident des Forum Distance-Learning. So sei es sinnvoll, in einem Vorgespräch zu prüfen, wie gut die Betreuung ist.

06_Pressefoto_RGB_72dpi_425x283pxDabei könnten Interessenten die Reaktionszeit für Anfragen testen und anhand einer Testfrage ausprobieren, ob Ansprechpartner ihnen Dinge verständlich erklären können, erläuterte der Experte anlässlich der Bildungsmesse Didacta in Hannover (20. bis 24. Februar). Denn zum Fernunterricht gehören Selbstlernphasen – und dann ist es ärgerlich, wenn man auf dem Schlauch steht und auf sich allein gestellt ist.

Betreuung ist ein wichtiges Kriterium bei Fernunterricht. Gut ist, wenn der Anbieter auf unterschiedlichen Kanälen schnell erreichbar ist. Manche Fragen seien gut per E-Mail zu beantworten. Andere Dinge lassen sich besser im direkten Gespräch am Telefon klären.

Neben der fachlichen Qualität und formalen Fragen wie der Zulassung seien beim Fernunterricht aber auch Vertrauen zu und Sympathie für den Anbieter wichtig, sagte Fretter. „Wenn ich das nicht habe, sollte ich es vielleicht besser sein lassen.“ Denn neben dem Was komme es beim Fernlernen auf das Wie an, „da geht ganz viel über die persönliche Schiene“, so der Experte. Das sei wie früher mit den Lehrern in der Schule: „Dem einen hat man gerne zugehört, da hat man dann auf einmal auch Erdkunde verstanden.“ Wenn man dagegen mit dem Mathelehrer nicht klarkam, blieb einem auch das Fach fremd.

Generell sei Fernunterricht aber mehr als das Lernen in Eigenregie. Bei vielen Anbietern gebe es inzwischen zum Beispiel sogenannte Webinare und virtuelle Klassenzimmer, in denen Teilnehmer gemeinsam lernen. Auch Präsenzphasen gehörten in der Regel dazu. Interessenten dürften das Fernlernen aber nicht unterschätzen und sich zu viel aufbürden: „Mehr als zehn bis zwölf Stunden in der Woche wird niemand aufbringen können“, gibt Fretter zu bedenken. Schließlich dürften Job, Familie und Freunde neben dem Lernen nicht zu kurz kommen.

Quelle: Süddeutsche.de vom 21. Februar 2018

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